Bicycle Moto Cross war damals noch so frisch aus den USA nach Deutschland geschwappt, dass Thomas nicht einmal ein "richtiges" BMX-Rad sein Eigen nannte, sondern auf einem umgebauten Klapprad an den Start ging.
Im September des darauffolgenden Jahres kam Thomas dann erstmals mit BMX Freestyle in Berührung. Im Rahmen der Deutschen Meisterschaft 1983 waren nämlich die Freestylepioniere Eddie Fiola und Bob Morales auf der bereits erwähnten BMX-Bahn in Bremen zu Gast, die mittlerweile zu Thomas zweitem Wohnzimmer geworden war. Spätestens als Eddie einen 360 über den Table der Strecke raushaute, war es um Thomas geschehen. Das wollte er auch können! Und so trat das Rennenfahren für ihn mehr und mehr in den Hintergrund. Statt Gatterstarts zu trainieren und an seiner Speedjumptechnik zu feilen, wurden nun unermüdlich die neusten Hüpftricks aus U–S–A vor dem Shop seines Vaters geübt.
Mit großem Erfolg, wie sich schon recht bald. herausstellte! Denn binnen weniger Jahr avancierte Thomas zu einem der besten Flatlander in EU-West, der erfolgreich an Contests in ganz Europa und sogar in den USA teilnahm. In den 1990er Jahren machte er sich darüber hinaus als ein extrem progressiver Minirampenfahrer einen Namen.
Doch Thomas hat nicht nur als Fahrer in der hiesigen BMX-Szene seine Spuren hinterlassen. Ende der 1980er Jahre brachte er zunächst das wegweisende Decade Zine heraus, bevor er Mitte der 1990er Jahre dann von Kay Clauberg für das Freedom BMX Magazin engagiert wurde, wo er ab 1996 die nächsten zehn Jahre als Redakteur und Grafiker tätig war.
Doch Thomas hatte nicht nur auf unsere Printausgabe einen großen Einfluss, sondern ist quasi alleinig dafür verantwortlich, dass wir bereits seit 1998 (!) auch im Internet präsent sind. Von seinen Verdiensten als Filmer einmal ganz zu schweigen. So geht das legendäre "etc."-Video von @wethepeoplebikebrandebenso auf seine Kappe wie das Circle European Video Magazine und unzählige Beiträge im Soul Video Magazine aus München sowie dem 411 Video Magazine aus den USA.
Und heute? Nun, Thomas fährt bis heute BMX und betreut neben der @DIGBMXOfficial-Website auch den Onlineauftritt von Greystoke. Als wäre das alles noch nicht genug, hat er vor zwei Jahren gemeinsam mit Ralf Maier und Christoph Huber außerdem die deutsche BMX Hall of Fame aus der Taufe gehoben. Uff, wenn das mal nicht die Definition eines BMX-Lifers ist, dann wissen wir auch nicht. Zumal das nur die wichtigsten Stationen deines Wirkens im Schnelldurchlauf waren.
Thomas, wir danken dir aufs Allerherzlichste für alles, was du in den vergangenen gut 40 Jahren für BMX getan hast! Noch wichtiger als das, was du da alles auf die Beine gestellt hast, ist aber die Art und Weise wieder du es getan hast. Nämlich immer mit viel Feingefühl und einer Prise Humor und Selbstironie. Vielen Dank auch dafür uns herzlichen Glückwunsch zum Lebenswerkaward 2025!
PS: Für alle Nerds da draußen haben wir hier noch einen Fun Fact. Den ersten Lebensweraward haben wir auf den freedombmx Awards 2017 an Thomas Vater Wolfgang vergeben. Übrigens ebenfalls in München. Mic drop!
Video: The Medialist
After doing a BMX 'zine for ten years (1987 - 1996) FATBMX made it on the internet. The year was 1998. Here to stay.